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    Unternehmensverkauf

    GmbH verkaufen: Ablauf, Bewertung und Steuern im Überblick (2026)

    Eine GmbH verkauft sich anders als ein Einzelunternehmen. Share Deal oder Asset Deal, Notartermin, Gesellschafterzustimmung – der Ablauf Schritt für Schritt.

    Der Verkauf einer GmbH läuft in vier Phasen ab: Vorbereitung und Bewertung, Käufersuche und Ansprache, Due Diligence und Verhandlung, Signing und Closing. Verkauft werden Geschäftsanteile — und damit ein Geflecht aus Verträgen, Mitarbeitern, Haftung und Beziehungen. Das macht den Prozess strukturierter als beim Einzelunternehmen, aber auch berechenbarer.

    In Österreich und Deutschland ist der Ablauf im Kern gleich, im Detail unterscheiden sich Notariat, Steuer und Rechtsform-Themen. Wer den Ablauf kennt, verhandelt aus einer besseren Position; wer ihn nicht kennt, verschenkt Wert. Für einen geführten Ablauf siehe unsere Leistung Unternehmen verkaufen mit strukturiertem Prozess.

    Der grundsätzliche Verkaufsprozess gilt für jede Rechtsform – wir beschreiben ihn ausführlich im Ablauf eines Unternehmensverkaufs. Dieser Beitrag konzentriert sich auf das, was bei einer GmbH anders ist.

    Share Deal oder Asset Deal – die erste Weichenstellung

    Bei einer GmbH gibt es zwei grundlegend verschiedene Wege, den Verkauf zu strukturieren.

    Beim Share Deal kauft der Erwerber die Geschäftsanteile an der GmbH. Er übernimmt damit das gesamte Unternehmen – mit allen Verträgen, Mitarbeitern, Verbindlichkeiten und auch Altlasten. Für den Verkäufer ist das meist der einfachere und steuerlich oft günstigere Weg.

    Beim Asset Deal kauft der Erwerber einzelne Wirtschaftsgüter – Maschinen, Kundenstamm, Markenrechte –, nicht die GmbH selbst. Das ist aufwendiger, weil jeder Vertrag einzeln übertragen werden muss, gibt dem Käufer aber Kontrolle darüber, welche Risiken er übernimmt.

    Welche Variante sinnvoll ist, hat erhebliche steuerliche Folgen – für Verkäufer und Käufer in unterschiedliche Richtungen. Diese Frage gehört früh auf den Tisch und in die Hände Ihres Steuerberaters. Sie ist keine Formalie am Ende, sondern bestimmt den Nettoerlös.

    Der Ablauf in der Praxis

    Vorbereitung und Bewertung. Bevor irgendjemand angesprochen wird, müssen die Zahlen stehen. Bereinigte Jahresabschlüsse, eine plausible Planung, ein realistischer Wertkorridor. Eine erste Einordnung liefert unser Beitrag zur Unternehmensbewertung – der belastbare Wert entsteht aber in der Verhandlung, nicht in einer Formel.

    Käuferansprache. Nicht über einen öffentlichen Marktplatz, sondern kuratiert und vertraulich. Die richtigen Gespräche statt vieler. Wird ein Verkauf zu früh bekannt, verunsichert das Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten.

    Letter of Intent (LOI). Ein ernsthafter Interessent legt eine unverbindliche Absichtserklärung vor – mit grobem Preis und Eckdaten. Erst danach öffnen Sie die Bücher.

    Due Diligence. Der Käufer prüft das Unternehmen – Finanzen, Recht, Steuern, Verträge. Was hier auffällt, landet später im Kaufvertrag oder im Preis. Wie Sie sich darauf vorbereiten, zeigen wir in Was ist Due Diligence?.

    Kaufvertrag und Notartermin. Hier unterscheidet sich die GmbH klar: Die Abtretung von GmbH-Geschäftsanteilen muss notariell beurkundet werden. Der Kaufvertrag (SPA) wird beim Notar unterzeichnet – das ist nicht optional, sondern gesetzlich vorgeschrieben.

    Closing. Kaufpreiszahlung, Übertragung, Eintragung der neuen Gesellschafterliste. Erst jetzt ist der Verkauf vollzogen.

    Drei Stolperfallen, die speziell bei GmbHs Wert kosten

    Zustimmungserfordernisse im Gesellschaftsvertrag. Viele GmbH-Satzungen verlangen die Zustimmung der Mitgesellschafter zur Anteilsübertragung (Vinkulierung). Wer mehrere Gesellschafter hat, klärt das, bevor er einen Käufer sucht – nicht danach.

    Gesellschafterdarlehen und Verflechtungen. Privat gewährte Darlehen, Bürgschaften, an den Gesellschafter vermietete Immobilien: Solche Verflechtungen müssen vor dem Verkauf sauber entwirrt werden. Sonst stockt die Due Diligence.

    Die Abhängigkeit vom geschäftsführenden Gesellschafter. Ist der Verkäufer zugleich der wichtigste Kundenkontakt und alleiniger Entscheider, kauft der Erwerber ein Risiko. Eine zweite Führungsebene erhöht den Wert – und braucht Vorlauf.

    So gehen Sie es an

    Klären Sie früh die Struktur – Share Deal oder Asset Deal – gemeinsam mit Ihrem Steuerberater, denn davon hängt Ihr Nettoerlös ab. Bringen Sie die Zahlen und den Gesellschaftsvertrag in Ordnung, bevor Sie an den Markt gehen. Und führen Sie den Prozess vertraulich, damit der Verkauf den laufenden Betrieb nicht stört.

    Rechtliche und steuerliche Gestaltung gehören zu Anwalt und Steuerberater. Die Strukturierung des Prozesses, die Bewertung und die Käuferansprache übernimmt ein unabhängiger M&A-Berater – ohne Interessenkonflikt, nur Ihrer Seite verpflichtet.

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    Häufige Fragen

    Wie läuft der Verkauf einer GmbH ab? In Etappen: Vorbereitung und Bewertung, vertrauliche Käuferansprache, Absichtserklärung (LOI), Due Diligence, Kaufvertrag und – bei der GmbH zwingend – notarielle Beurkundung der Anteilsabtretung, schließlich das Closing. Realistisch dauert das mehrere Monate bis über ein Jahr.

    Was ist der Unterschied zwischen Share Deal und Asset Deal? Beim Share Deal werden die Geschäftsanteile an der GmbH verkauft, der Käufer übernimmt das gesamte Unternehmen. Beim Asset Deal werden einzelne Wirtschaftsgüter verkauft. Die Wahl hat erhebliche steuerliche Folgen und sollte mit dem Steuerberater geklärt werden.

    Muss der Verkauf einer GmbH zum Notar? Ja. Die Abtretung von GmbH-Geschäftsanteilen ist gesetzlich beurkundungspflichtig. Der Kaufvertrag (SPA) wird notariell beurkundet – anders als beim Verkauf eines Einzelunternehmens.

    Was sollte ich vor dem Verkauf meiner GmbH klären? Etwaige Zustimmungserfordernisse der Mitgesellschafter (Vinkulierung), private Verflechtungen wie Gesellschafterdarlehen oder Bürgschaften und die Frage, wie stark das Unternehmen von Ihnen persönlich abhängt. Diese Punkte vor der Käufersuche zu ordnen, schützt Wert und Zeitplan.

    Wie verkaufe ich meine GmbH?

    Über einen strukturierten Prozess: Bewertung, Aufbereitung, Käufersuche, Due Diligence und Vertrag. Bei der GmbH ist die Wahl zwischen Anteils- und Vermögensverkauf zentral.

    Asset Deal oder Share Deal bei der GmbH?

    Beim Share Deal werden die Geschäftsanteile verkauft, beim Asset Deal einzelne Vermögenswerte. Vergleich: Asset Deal oder Share Deal?.

    Welche Steuern fallen beim GmbH-Verkauf an?

    Das hängt von Struktur und Person ab und gehört im Einzelfall steuerlich beurteilt — dies ist keine Steuerberatung.

    Wie lange dauert der Verkauf einer GmbH?

    In der Regel sechs bis zwölf Monate, abhängig von Vorbereitung und Käufersuche.

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